
Am 25. Oktober feierte das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft sein 5-jähriges Jubiläum. In dem bunten Strauß an Vorträgen und Diskussionsrunden gab es ein Thema, welches alle vereinte: Eine gesunde Gesellschaft braucht Flächen für Freiräume des Schaffens und der Kreativität!
Warum genau Freiräume? Weil sich Räume bzw. Flächen dem Nutzen des Schaffens anpassen müssen, um das volle Potenzial an Kreativität und somit auch Innovation ausschöpfen zu können. Jan Knikker, Partner bei MVRDV, hatte das wunderschön mit seinem Beispiel-Projekt SALT aus Amsterdam belegt. Mit dem Gebäude SALT wurden bezahlbare Büroräume für Kreativschaffende und kleine Firmen bereitgestellt. Das Design der Räume erinnert mancherorts an einen Rohbau, denn Materialien wie Beton, Stahl und Aluminium dominieren die Fläche. Doch Kreative benötigen laut Jan Knikker keine durchgestylten Büros. Sie verändern diese eigenständig gemäß ihren Bedürfnissen.

Bezahlbare Freiräume sind in München definitiv Mangelware. Aber was genau hat das mit unserer Zeit im Mindspace zu tun? Es ist das Werteversprechen. Schon der Name Mindspace deutet darauf hin, dass es das Ziel des Innendesigns ist, einen Raum für den Geist zu schaffen. Eine weitere Aussage findet sich auf der Homepage: „An office to match your dreams“. Doch der Geist des Menschen, wie auch seine Träume, sind vielfältig und wandelbar. Daher bleibt fraglich, ob das durchgestylte Konzept von Mindspace allein tatsächlich der richtige Impulsgeber für ungebremste Kreativität und innovative Ideen eines Teams ist. Zweifelsohne erlaubt es vielfältigere Möglichkeiten, seinen Arbeiten nachzugehen als ein konservativer Bürobau aus den Siebzigerjahren. Doch es scheint, dass „Look & Feel“ den eigentlichen Nutzen der Räume teils überschattet.

Mindspace ist aber nicht allein. Viele der neuen Büros/ Co-Working Konzepte sind in die Falle getappt, ihr Innendesign über den Zweck der Räume zu stellen. Doch stellt sich die Frage, ob eine kreative Ader in Räumen mit vorgeschriebenen Kreativitätskonzepten frei fließen kann. Selbst Joanna Gaines, Designerin der erfolgreichen Serie Fixer Upper, ist das Problem bekannt. Denn der Meeting Raum in ihren Büroräumen war zwar zweckerfüllend für die wöchentlichen Besprechungen, störte allerdings den Kreativitätsfluss:
„We’re a creative company… but this room is anything but that. We needed a change and I could tell the weekly routine and daily grind met with a bland conference room wasn’t producing the kind of ideas and motivation our team needed.“
Schlussendlich ist es vielleicht nicht unbedingt das Mindspace an sich, was die Kreativität, Teamgeist und Innovationskraft in unserem Team hat steigen lassen. Es war wahrscheinlich eher die erweiterte Flexibilität, unseren Arbeitsplatz passend zu den jeweiligen Aufgaben zwischen Mindspace, Messehaus und Home-Office zu wählen. Quasi den Raum zu wählen, der den Bedürfnissen der jeweiligen Aufgabe am gerechtesten wurde. Nun ist es an uns, diese Erkenntnis auch nach unserer Heimkehr weiterleben zu lassen.
